Geschichte des Sarges

Sargbau
Sarkophag des Stadtpräfekten Junius Bassus († 359). Rom, Vatikanstadt, Grotte Vaticane, St. Peter
Sarkophag, Ravenna, Sant'Apollinare in Classe
Sarkophag mit Doppelportrait in Muschel und Szenen in zwei Etagen, 6. Jh. Rom, Museo di Laterano

Als Sarg wird jenes truhen- oder kastenförmige, manchmal auch trogartige längliche Behältnis bezeichnet, das zur Aufnahme eines Leichnams dient. Das der Kirchensprache entnommene Wort leitet sich aus der lateinischen Kurzform „sarc“ für „sarcophagus“ (aus dem griechischen Wort für „Fleischfresser“ – sarko phágos) ab und fand allmählich an Stelle von Totenlade, Totenschrein oder Totentruhe – um nur einige Bezeichnungen zu nennen – Eingang in die Umgangssprache.

Ursprünglich wurde mit „sarkophagos lithos“ ein bei Assos, einer Stadt an der Südküste der Trojas (gebirgiger Nordwesten von Kleinasien) gebrochener, zur Herstellung von Särgen verwendeter Kalkstein bezeichnet, dem die Eigenschaft zugeschrieben wurde, die Verwesung eines Leichnams innerhalb kurzer Zeit herbeizuführen. Da dieses Gestein jedoch auch zum Auslegen von Särgen – um das Verwesen der Leichen zu beschleunigen – diente, wurden allmählich alle Steinsärge als Sarkophage bezeichnet. Schließlich wurde diese Bezeichnung auch auf Särge aus anderem Material übertragen und unter einem Sarkophag ein meist prunkvoller, überwiegend aus beständigerem Material hergestellter, für hervorragende oder reiche Personen bestimmter oder oft sichtbar aufgestellter Sarg verstanden...

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